Auf Wiedersehen Jena

Es ist vollbracht. Ich habe alle Prüfungen bestanden und darf mich alsbald Diplom-Kaufmann nennen. Das ist der perfekte Moment um einmal auf die vergangenen fünfeinhalb Jahre zurück zublicken.

Auf Wiedersehen Jena. Ich glaube vor fünf Jahren hatte ich mehr Gepäck dabei.

Auf Wiedersehen Jena. Ich glaube vor fünf Jahren hatte ich mehr Gepäck dabei.

Ich bin mit einem mulmigen Gefühl nach Jena gestartet. Ich wusste nicht wirklich was mich erwartet. Während des Studiums gab es auch immer wieder Höhen und Tiefen. Doch insgesamt betrachtet überwiegen eindeutig die positiven Erlebnisse und Eindrücke. Jena ist einfach eine schöne Stadt zum Studieren. Bestimmt ist es woanders auch schön, aber ich habe meine Entscheidung nie bereut. Die Universität bot für meinen Geschmack alles, was ich für mein Studium benötigte. Moderne, ausreichend große Hörsäle und Seminarräume. Ein gut ausgestatteten PC-Pool und WLAN auf dem gesamten Campus. Die Mensa und McDonalds direkt vor der Nase – alles super.

Der Blick aus meinem Fenster. Nicht schön, aber im Prüfungsstress ab und an der einzige Kontakt zur Außenwelt.

Der Blick aus meinem Fenster. Nicht schön, aber im Prüfungsstress ab und an der einzige Kontakt zur Außenwelt.

Natürlich hat sich über die Zeit einiges verändert. Ich denke da an die Kamera-Overheadprojektoren in den großen Hörsälen – die gab es zu Beginn meines Studiums noch nicht. Früher benutzte man noch Folien für den „Polylux“. Es sind auch einige neue Gebäude entstanden, z.B. am Felsenkeller oder ein frisch renovierter Wohnblock an der Stadtrodaer Straße. Fest installierte Blitzer gibt es jetzt in Jena, genau wie einen neuen Busbahnhof. Ich hätte auch nie gedacht, das sie mal anfangen werden unsere Wohnblöcke in WinzerL.A. zu sanieren. Es scheint tatsächlich ernst zu werden, auch wenn der Termin erstmal nach hinten verschoben wurde. In Winzerla entstand zwischen Win-Center und der Haltestelle Damaschkeweg eine „Wasserachse“ mit Brunnen und Wasserlauf. Alles sehr hübsch, selbst wenn Plattenbau immer noch Plattenbau bleibt. Die A4 von Dresden nach Jena ist durchgehend sechsspurig. Anfangs war sie von Chemnitz bis Jena fast durchgängig Baustelle. Das bringt uns zu den Mitfahrgelegenheiten. Das viele Pendeln konnte ich nur dank zahlreicher Mitfahrer finanzieren. Vielen Dank an dieser Stelle. Die Fahrpreise für eine Strecke stiegen übrigens im Laufe der Zeit von 7 € auf 10 €. A propos Preise. Die Bratwurst bei Grillteufel – sehr lecker – kostete mal 1,70 €. Heute sind wir bei 2,20 €. Ein Brötchen beim Bäcker vor der Haustür schlägt mittlerweile mit 50 Cent statt 45 Cent zu buche. Vorbei die Zeiten als ein halbes Mischbrot noch 60 Cent kostete. Selbst vor der Currywurst (Heißer Wolf) hat die Preissteigerung keinen Halt gemacht (1,75€ – 2,10 €). Wäre da noch die Straßenbahn, welche jetzt auch bis Göschwitz fährt. Früher fuhr die Linie 1 ins Stadtzentrum und direkt bis zum UHG. Heute muss man in Winzerla mit den Bahnen der Linie 2 und 3 vorlieb nehmen, wenn man ins Stadtzentrum möchte und umsteigen um zum UHG zu gelangen.

Geblieben sind erst einmal nur die Möbel.

Geblieben sind erst einmal nur die Möbel.

Es sind fast alles Banalitäten, mein Lebensmittelpunkt war nie in Jena. Die Liste mit unerledigten Dingen ist lang. Trotzdem schwingt etwas Wehmut mit beim Verlassen meines Studentenzimmers. Ich werde mich trotzdem immer gern an die Zeit und alles was mich mit Jena verbunden hat erinnern. Doch jetzt beginnt ein neues Kapitel. Ich freue mich darauf.

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