Gedanken zum Fußball

Eines vorweg – Eishockey ist und bleibt meine Lieblingssportart. Ich kann nur leider kein Eishockey spielen. Dafür kann ich Fußball spielen. Zumindest auf Kreisklassen-Niveau. Mir macht das Spaß und der sportliche Wettbewerb ist an und für sich auch sehr reizvoll. Zugegeben, früher konnte ich mehr Ehrgeiz entwickeln als heute. Ich sehe die Sache mittlerweile deutlich entspannter. Es ist halt ein Hobby und wir spielen ja nicht um den Champions-League Titel. Gleichwohl gibt es bestimmt Leute, welche die Angelegenheit etwas ernster betrachten. Daher sollte man meine Grundeinstellung für die nachfolgenden Passagen im Hinterkopf behalten.

Der Aufhänger für diesen Artikel ist ein Interview der Sächsichen Zeitung mit dem Präsidenten des KVF Sächsische Schweiz Osterzgebirge e.V. Dieter Marx vom 25.01.2013. Inhaltlich ging es um die Terminierung der Saisonspiele vor allem im Seniorenbereich. Grob zusammengefasst wird aus unterschiedlichen Richtungen kritisiert, dass die Saison zu spät startet und zu zeitig endet. So werden speziell die Sommermonate Juni, Juli, August kaum für Pflichtspiele genutzt. Dafür reicht die Saison aber beispielsweise bis weit in den Dezember. Ob es nun besser wäre in den warmen Sommermonaten zu spielen oder lieber bei kühleren Temperaturen? Es gibt sicherlich viele Meinungen zu diesem Thema, die möchte ich aber auch nicht diskutieren. In diesem Punkt stimme ich mit Dieter Marx überein:

„Man kann es nicht allen Recht machen.“

Was mir allerdings an diesem Interview negativ aufgefallen ist: die mangelnde Offenheit für Reformen oder Meinungsbilder. Speziell diesen einen Satz finde ich bezeichnend:

„Warum glaubt uns Funktionären keiner, dass wir die Erfahrung mitbringen und das Beste daraus machen?“

Ich gebe zu ich reiße diesen Satz jetzt etwas aus dem Kontext. Doch insgesamt fügt er sich nahtlos in mein Bild von diesem Fußballkreisverband, welches über Jahre entstand. Die Frage die ich mir stelle: Warum wehrt man sich so entschlossen gegen Veränderungen? Im Interview wurde unter anderem eine Befragung zum Rahmenterminplan entschieden abgelehnt? Warum eigentlich? Weil man die Ergebnisse im Vorfeld schon zu kennen glaubt? Das halte ich schlicht für eine schwache Begründung.

Doch jetzt einmal weg von diesem Interview. Warum braucht es überhaupt einen festgelegten Spielplan? Oder vielleicht anders. Warum muss der Spielplan so statisch sein? Wäre es nicht möglich kurzfristig, z.B. innerhalb einer Woche, im gegenseitigen Einverständnis ohne komplexe bürokratische Hürden Spiele zu verlegen? Zum Beispiel ist das Wetter vielleicht im Juli super, warum also nicht eine Woche früher mit der Saison starten? Was ist wenn eine Mannschaft für Samstag nicht genügend Spieler aktivieren kann, warum nicht einfach das Spiel um einen Tag auf Sonntag verlegen? Oder auf Freitagabend?

Ich finde gerade in Zeiten des demographischen Wandels und – subjektiv betrachtet – einer stetig schwindenden Anzahl von Mannschaften, sollte man endlich damit beginnen Veränderungen einzuläuten und nicht zu blockieren. Ich möchte hiermit ausdrücklich niemanden böse Absichten unterstellen. Sicherlich ist auch Erfahrung eine tragende Säule und durch nichts zu ersetzen. Ich glaube aber dieser Weg endet bitter.

Meine Mannschaft musste den Spielbetrieb zur Rückrunde einstellen. Warum? Weil einfach zu viele Spieler zu weit entfernt wohnen, arbeiten oder studieren. Ich denke nicht, das wir die einzige Mannschaft (und sicherlich auch nicht die einzige Sportart) mit diesem Problem sind. Gerade deswegen finde ich müssen Hürden abgebaut werden, die einen flexibleren Spielbetrieb in seiner Gesamtheit blockieren.

Quelle: Fußball-Präsident Marx: „Wir machen das Beste daraus“, Sächsische Zeitung, 25.01.2013

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