Was passiert eigentlich mit Altkleidern?

Der NDR hat eine interessante Reportage zum Thema veröffentlicht, in der mein Lieblingsverein (und auch andere Hilforganisationen) nicht gerade gut bei wegkommen. Konkret geht es darum, dass Altkleidercontainer in einigen Kreisverbänden von Fremdfirmen im Auftrag des DRK geleert und anschließend direkt zu einer Verwertungsfirma geliefert werden. Diese wiederum bereitet die Altkleider auf und verkauft sie dann kiloweise weiter nach z.B. Afrika. In Afrika (speziell ist im Beitrag Tansania genannt) werden die Kleider dann weiterverkauft und zwar zu Preisen die unterhalb derer liegen, welche die heimische Textilindustrie für ihre Kleider verlangt.

Auch wenn sicherlich nicht das Rote Kreuz dafür verantwortlich ist, dass in Afrika Industriezweige zusammenbrechen, sollte man dennoch kritisch betrachten, was eigentlich mit Spenden passiert. Meiner Meinung nach spricht prinzipiell nichts dagegen, Altkleider die z.B. unbrauchbar oder abgenutzt sind anderweitig zu verwerten und daraus auch durchaus Profit zu erzielen (um diesen dann für andere soziale Zwecke einzusetzen). Nur sollte man das vielleicht dann auch so offen kommunizieren. Vor allem finde ich bedenklich, wenn mit Subunternehmern zusammengearbeitet wird und dies nicht kenntlich gemacht wird.

Die Altkleider-Lüge (NDR-Reportage vom 04.11.2011)

Das DRK hat auch umgehend eine Stellungnahme veröffentlicht, welche hier zu finden ist:

10-Fragen und Antworten zur NDR-Reportage „Die Altkleider-Lüge“

Ich denke, oder vielmehr kommt es mir persönlich so vor, als würde an manchen Stellen der Rot Kreuz-Gedanke hinter wirtschaftlichen Interessen zurückstehen. Das finde ich schade.

 

  • Veröffentlicht in: DRK

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