Das war er nun, der Bildungsstreik

Gestern waren wir demonstrieren. Für eine bessere Bildungspolitik. Laut Polizei etwa 3800 Leute. Größtenteils Studenten, einige Azubis und wenige Schüler. Die wurden nämlich, so zumindest machte es die Runde während der Demo in ihrern Schulen „eingesperrt“ und mit „Bestrafung“ gedroht. Zum Held des Wiederstands wurde dementsprechend ein tapferer Schüler erklärt, der sich gegen die Bevormundung auflehnte und waghalsig aus dem ersten Stock des Otto-Schott Gymnasiums sprang, um an der Demo teilzunehmen. Der Demonstrationszug zog zunächst friedlich von Ernst-Abbe-Platz aus durch Jena. Wenig spektakulär insgesamt. Zwischendurch wurde das Regionalschulamt (oder dessen Außenstelle?) besetzt und der vorsitzende Vertreter zur Rede gestellt. Dieser machte einen leicht genervten und unverständlichen Eindruck. Irgendwo verständlich, hat er doch letztlich auch keinen großen Einfluss auf die aktuelle Bildungspolitik. Die „Besetzer“ verwüsteten anschließend noch etwas das Gelände, wobei sie von der Polizei gefilmt wurden. Es wurde Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gestellt. Aus meiner Sicht nicht richtig erkennbar, was genau beschädigt worden sein soll, allerdings wird gemutmaßt das herumfliegende Klopapierrollen der einzige Grund für die Anzeige sein sollen… Danach ging es weiter durch Jena, zurück zum Ernst-Abbe-Platz. Fazit der rund dreistündigen Demo: eine wirklich imposante Rede von Geschichtsdozent Gramsch. Alle anderen Redner vermochten es, meiner Ansicht nach, nicht das Demonstrationsvolk in ähnlichem Maße zu motivieren. Auch sonst muss man sagen, hatte man den Eindruck das vor allem linke Parteien versuchten die Demo und überhaupt den kompletten „Bildungsstreik“ für ihre Zwecke zu gewinnen.

Im Endeffekt sollte es aber allen um eine Verbesserung der Bildungszustände gehen. Chancengleichheit für alle und ein deutliches Nachbessern an der Umsetzung der Bachelor/Master-Studiengänge müssen im Vordergrund stehen. Dafür hat es sich gelohnt auf die Straße zu gehen und dafür lohnt es sich zu kämpfen. Wenn die Bildungsministerin diese Forderungen für „gestrig“ hält, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln.

JenaTV-Beitrag zur Demonstration 17.Juni 2009

Kommentare sind geschlossen.