Erfolgreicher Samstag

Juhu, yeah, *jubel*… Wir sind nicht Letzter geworden. Das klingt jetzt erstmal nicht so grandios, doch für uns ist es grandios. Und das beste kommt noch, wir sind 5. geworden – von acht. Damit haben wir sage und schreibe drei Mannschaften hinter uns gelassen. Soviel wie noch nie! 🙂 Gut, unsere „Alt-Herren“-Mannschaft ist wieder einen Platz und 100 Punkte vor uns gelandet, aber egal. Gewonnen haben übrigens Dippoldiswalde und Altenberg, die sich Platz 1 teilen.

Der Wettkampf an sich war eigentlich vom Schwierigkeitsgrad her nicht all zu schwer. Hier meine kurze „Station-für-Station“ Analyse:

Station 1 – Babyreanimation

Einer, in diesem Fall ich, wurde ausgewählt um ein Baby zu reanimieren. Hat eigentlich gut geklappt, weil haben wir in der Vorbereitung glücklicherweise geübt. Gemeckert wurde weil ich etwas zu langsam „gedrückt“ und nicht um Hilfe gerufen habe. Punkt 1 ok, aber nicht um Hilfe gerufen. Hallo? Klar, wenn man das Baby irgendwo allein findet ruft man um Hilfe. Aber, wenn man beim Wettkampf ist, ausgewählt wird, ich wiederhole, ausgewählt wird, wer bitte denkt dann darüber nach Hilfe zu rufen?!? Also, ich jedenfalls nicht.

Station 2 – Verbände

„Hey und passt auf beim Kopfverband, da muss man einmal mindestens ums Kinn wickeln.“, hab ich vorher noch gesagt und welchen Verband zieh ich? Na klar, den Kopfverband. Yes. Also los gings, gewickelt, gewickelt, gewickelt… Gerade wollte der Schiedsrichter abbrechen, weil er dachte ich wickel sowieso nicht mehr ums Kinn, das sag ich: „Warte das Highlight kommt ja erst noch“ – volle Punktzahl. Die anderen hatten auch wenig Schwierigkeiten, 2 kleine Fehler bei sechs Verbänden. Eine gute Ausbeute.

Station 3 – Hund überfällt Spielplatz

Zunächst mussten wir erst einmal Warten. Warten. Warten. Wir haben etwa 20 Minuten gewartet bis es endlich weiterging. Das Problem war der Regen. Deswegen musste die Station nach drinnen verlegt werden. Dann gings los. Ich glaub etwa 7 Verletzte. Von Schock bis Bewusstlosigkeit alles vertreten. Ich hatte einen verletzten Jungen mit einer Bisswunde. Soweit keine großen Fehler, Vitalfunktionen etwas spät und Verletztenanhängekarte nicht am Verletzten festgebunden. Nichts dramatisches. Der Knaller kam aber erst noch. Bisswunden werden mit Seifenwasser ausgespühlt. Wiederspricht etwas meiner Auffassung, das Wunden generell nicht ausgespühlt werden, ist aber wohl eine Ausnahme. Der Mensch von der BF meinte zwar auch, das es in der Praxis nicht gemacht wird, aber gut. Ich hätte es wissen können, denn Marco hat vorher extra noch darauf hingewiesen. Ärgerlich.

Station 4 – Mutter rettet Kind

Reanimation die Zweite. Diesmal einen Jugendlichen. Das Szenario war folgendes: ein Kind springt ins Wasser, kann aber nicht schwimmen. Die Mutter rettet ihrern Sprößling, dessen Vitalfunktionen allerdings mittlerweile ausgesetzt haben. Wie gesagt, ich hab an dieser Station das zweite mal mit reanimieren dürfen – ohne Erfolg (weil Phantom… ;)). Lief gut, da wir auch zu zweit arbeiten durften. Die anderen haben sich derweil um die Mutter gekümmert. Sie litt an einem Schock und an Kälte. Warm eingepackt und in Schocklage hat sie sich erholt. Soweit so gut. Aber wir sind beim Wettbewerb, da brauch man auch etwas Fantasie. Wenn jemand mit Klamotten ins Wasser springt sind die nass. Wenn beim Wettkampf jemand mit nassen Klamotten den ganzen Tag rumrennen würde, wird er krank. Bedeutet: zum Wettkampf muss man sich die nassen Sachen vorstellen. Haben wir nicht getan, dementsprechend nicht ausgezogen… Punkte weg.

Station 5 – Kühe spielen verrückt

Wir sind auf dem Dorf. Da ist es doch passend einen Landwirtschaftsunfall darzustellen. So sei es: eine Kuh spielt verrückt, macht die Herde wild und die Kühe treten und stampfen die Mitarbeiter. Danach fliehen die Kühe und die BS Glashütte kommt zur Hilfe. Drei Verletzte: einmal Atemnot, einmal Bauchweh und einmal Rückenschmerzen – grob gesagt. Ich bekam die wahrscheinlich leichteste Aufgabe – Atemnot. Aufrecht sitzen, tief durchatmen, nach Sauerstoff fragen, Vitalzeichen prüfen… volle Punktzahl. Bei den anderen lief es ähnlich. Kleinigkeiten kosteten ein paar Punkte. Doch wir wären uns nicht treu wenn wir nicht ein paar gravierende Fehler einbauen würden. So haben wir die Schaufeltrage verkehrt herum verwendet. Außerdem wären uns weitere Verletzte, wegen fehlender Suche durch die Lappen gegangen. Fehler die nicht hätten sein müssen.

Station 6 – Karte, Kompaß

Wenn wir vor knapp vier Wochen besser aufgepasst hätten, hätten wir ordentlich punkten können. UTM??? Wie war das doch gleich. Drei hoch, zwei rüber, sieben zurück.. äh das Bad? Naja, nicht unsere Station. Die Krönung: „Wie müsst ihr jetzt weiterlaufen“ (Karte sagt rechts, aber rechts ist nur ein Feld und links ein Weg) „Rechts übers Feld oder Links den Weg“ – „Sicher links den Weg, weil übers Feld geht ja nicht“ Ja, geht doch. Punkte weg.

Station 7 – Katastrophenschutz

Hier sollten wir einen Lückentext ausfüllen. Thema war Verhalten bei Katastropheneinsätzen. Gesucht wurden z.B. Farbe der Überwurfweste des Einsatzleiters, welchen Status man am Unfallort setzt oder in welchen Paragraphen das Sonderrecht für Einsatzkräfte gelistet ist. Ein paar Fehler hatten wir. Andere Sachen konnten wir gut erklären, doch leider half alles erklären nichts, wenn nicht der richtige Begriff kam. „Na dort werden die Verletzten aufgenommen, deren Daten und so“… das man das Registrierung nennt. Naja. Man hätte hier etwas kulanter sein können, finde ich.

Station 8 – Theorie

Mit einem Wort erklärt: Schwer. Also so einen schweren Theorietest hab ich noch nicht ausfüllen müssen. Und da ging es sicher nicht nur mir so. Jedenfalls werden wir da sicher wieder viele Punkte liegen lassen haben.

Station 9 – Intubation

Leider war ich nicht da wo wir das geübt haben. Aber das machte nichts, denn vorher wussten wir sowieso nicht was gefragt wurde. Nur halt Leute mit Ausbildung (Rettungsassis, Ausbilder, Pfleger… etc) waren ausgeschlossen. Es konnte also nur um Infusion, Injektion oder Intubation gehen. Gut also Neffa und ich wurden vom Gruppenführer bestimmt. Einer sollte praktisch vorbereiten und einer sollte es theoretisch erklären. Ich durfte erklären. Bis auf Mägelzange (oder so) und Führungsstab konnte ich alles, glücklicherweise und mit etwas pantomimischer Hilfe, aufzählen. Drinnen lief es auch nicht schlecht. Nicht perfekt aber zufriedenstellend. Zum Schluss sollten wir noch das Phantom reanimieren (zum dritten mal Reanimation) und Intubationsmaterial zureichen. Kein Problem soweit, gut der Tubus kam etwas spät, aber ansonsten. Einziges Problem: Herzdruckmassage, zählen und gleichzeitig noch Lage beschreiben – das überfordert mein Gehirn… 😉

Station 10 – Unfall am Skihang

Bei Wartungsarbeiten ist es am Lift zu einem Unfall gekommen. Drei Verletzte. Ein Bewusstloser mit Verbrennungen, eine gequetschte Hand und ein Stromschlagopfer. Mir wurde die gequetschte Hand zugeteilt. Schocklage und Verband. Kein Thema. Der Bewusstlose wurde auch gut versorgt. Wenig Punktverlust bis dahin. Aber jetzt. Marco seines Zeichen GF hat Rene zum Sichten geschickt. Rene übersah aber dummerweise das das Phantom (weil sollte reanimiert werden – wäre meine vierte Reanimation gewesen… ;)) noch am Strom „hängt“. Angefasst und tschüss. Damit war er raus und Patrick zur Betreeung gleich mit. Damit waren wir nur noch drei Helfer für drei Opfer und Marco als GF. Wegen mangelnder Erfahrung reanimierte er selbst und konnte deswegen seine Gruppenführer Aufgaben nicht mehr wahr nehmen. 0 Punkte auf diesem Sektor. Das hätte man durchaus vermeiden können.

Insgesamt waren es also mal wieder die vielen individuellen, kleine und vermeidbaren Fehler plus die letzte Station die uns massiv Punkte gekostet haben. Platz 5 ist dennoch erstmal ganz in Ordnung. Es geht bergauf.

Randnotiz: Zwischen Wettkampf und Siegerehrung war ich Fussballspielen bei der Ersten. Wir haben leider nur 4:4 gespielt, obwohl wir auch die Chance hatten zu gewinnen. Was mir den Tag aber etwas verschönert hat, war mein zweites Saisontor… *jubel*… 🙂 Eigenlob muss auch mal sein… 😉

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